Den halben heutigen Abend habe ich damit verbracht mir Live-Versionen von Pink Floyds „The Great Gig in the Sky“ anzuhören und anzuschauen. Es beinhaltet das wohl eindrucksvollste Backing-Solo das je gesungen wurde und das wird es meines Erachtens auch immer bleiben. Mich zieht es jedesmal schwer in seinen Bann wenn ich es höre. Es fühlt sich für mich so an, als ob der Gesang nicht mit der Stimme geschieht, sondern direkt mit meinen Emotionen. Absolut eindrucksvoll. Geschrieben ist das Stück von Richard Wright und Clare Torry welche die Studioaufnahme von 1973 singt.
Drei sehr eindrucksvolle Darbietungen möchte ich hier vorstellen:
Die mitreisenste Version gleich zu Beginn:
Roger Waters in Buenos Aires 2007:
Die schönste Darbietung:
Bianca Antoinette
Technisch absolut bestechend und unglaublich nah an der Studioaufnahme:
Es gibt für mich ein großes musikalischen Geheimnis, ein spezieller Reiz der auf mich wirkt, ohne daß ich ihn erklären könnte. Es ist die Welt des ternär gespielten 6/8-Taktes mit seinen afrikanischen Wurzeln (also nicht Blues). 6/8 ist dabei mehr als Mathematik, sondern vor allem ein Feeling. Dieses Feeling läßt sich auch im im 4/4 spielen und finden, insbesondere im Rumba. Percussion fängt in diesem triolischen Spiel zwischen 4/4 und 6/8 Feelings erst an zu leben. Eine Kunst die über das gemeine „Trommeln“ weit hinausgeht.
Natürlich bedarf es der ganzen Erklärung gar nicht, um von dem sich drehenden Rhythmus in den Bann gezogen zu werden. Ich empfehle einen großartig gespielten Afro-Peruanischen Song, ein Langó:
Wenn ich zur Zeit nicht recht weiß wonach mir der musikalisch Sinn steht, lande ich bei Brightblack Morning Light. Das Schöne ist, daß diese Musik beim Hören alle üblichen Erwartungen an Musik zerstreut. Man kann leider nur schwer mehrere Titel am Stück hören, ohne einzuschlafen. Ich empfehle daher lediglich einen Titel: A Rainbow Aims. Es ist gerade die hohe Kunst, Rhymthmus mit Pausen zu erzeugen, und die wird von der durchgehenden Keyboard-Bass Stimme schön geübt – gefällt mir sehr gut.
So schön kann Videokunst sein: Musik und Video optimal vereinigt.
PS: Ich bin ja ein großer Freund von sprechenden Musikgenres in der Art „theatral bombast rock“ (Muse) oder “Trip Hop, Tri Top, Trip Flop, Flip Flop“ (Morcheeba). Mein neuer Favourit für Brightblack Morning Light: Psychedelic Folk.
Hier ist zur Zeit wenig zu lesen. Das liegt daran, daß ich mich momentan in Pink Floyd verflüchtigt habe. Ich brauche Zeit für mich. Mit der Musik Pink Floyds bin ich quasi aufgewachsen und sie versetzt mich heute noch genauso wie früher am Plattenschrank in Staunen und nimmt mich ganz ein. Diesmal kam es durch eine Konzertfilm wieder auf. „Live at Pompeji“ ist ein fantastischer Film, eine Art Livekonzert ohne Publikum mit ausgezeichneten Stücken - und zwar nicht von den großen Alben. The Dark Site of the Moon ist für mich eine der großartigsten Kompositionen die je ersonnen worden. So perfekt für die Gesamtwirkung eingesetzte Instrumente und Effekte finden sich – ohne Übertreibung – nirgens anders.
„Dream Theater“ haben mir bisher nur vom Namen etwas gesagt und ich habe sie in einer musikalischen Ecke vermute, die ich nicht aktiv höre. Doch bin ich zufällig auf ein Livekonzert gestoßen – „The Dark Side of the Moon“. Großartig – was für eine Begeisterung. Der Keyboarder spielt „Any Colour you like“ kopfüber.
Dream Theater – Any Colour You Like [ Pink Floyd Cover ]:
Hier eine Liveaufnahme von Pink Floyd. Das Backbeat-Feeling ist eindeutig eingängier – und Bluesiger und „Slide“iger dank David Gilmour.
Pink Floyd – Any Colour You Like – Brighton Dome 1972
Für seinen nu-jazz Bossa-Nova ist Nicola Conte ja bestens bekannt. „Bossa Per Due“ oder „Jet Sounds“ sind ganz einfach Knaller!
Jazziger geht es auf seinem Album „Other Directions“ (EMI, 2004) zu. Man glaubt kaum wie sehr ein ungerader Takt swingen kann. Ein toller Ohrwurm, mein Hit für heute, die Neuentdeckung ist „A time for spring„. Zu hören auf Nicola Contes MySpace-Profil.
Einmal dort empfiehlt es sich gleich weiterzuhören. Z.B. „Tema in HiFi“ oder einige der Videos:
Wie viel Spaß Jazz machen kann sieht man z.B. hier:
NICOLA CONTE JAZZ COMBO live at „Casa del Jazz“ Roma – 04/17/2008
Mir scheint, daß man einmal in den Reggae verliebt nie wieder ganz von ihm loskommt. So versetzt es mich immerwieder in Freude mir meine Lieblingsmix“tapes“ anzuhören. Neuerungen auf dem Gebiet des Dacehalls haben bei mir nur begrenzte Wirkung – anders die frühen Roots-Reggae-Stücke aus den 80ern, im rubadub-style. Glücklicher Weise gibt es einige von meine gern gehörten Mixes samt Playlist im Internet zum anhören und runterladen. Wie ich finde ein Muß für jeden Freund des Reggaes und diejenigen die es werden wollen. Absolut chillig.
Wenn man versucht ausgelassene Tanzstimmung direkt in Musik zu übersetzen, so ist das Produkt meiner Meinung nach Boogaloo. Vielleicht werde ich mal damit zitiert: Man könnte es treffend auch als Dancefloor-Salsa bezeichnen. . Ähnlich dem Mambo ist es eine amerikanische Adaption von Latin-Music. Dem interessierten Freund tanzbarer Musik habe ich eine essenzielle Playliste zum Anhören zusammengestellt:
The Jive Samba von Cannonball Adderley ist ersteinmal keine große Neuentdeckung, denn wenn man Jazz mag kommt man nicht daran vorbei diesen Song zu mögen. Besonders mag ich ihn in Version eines geladenen Livemitschnitts auf den ich hier nicht genauer referieren kann – jedenfalls aus den 60ern. Es gibt auch spätere weichgewaschene Studioaufnahmen. Was die Videoaufzeichnungen angeht die sich so im Netz finden, mag ich besonders die Folgende – mit nettem Intro und moderner Kammeraführung.
Cannonball Adderley – Jive Samba – 1963:
Man beachte auch den Schlagzeuger: Der spielt im Wesentlichen drei überlagerte einfache Rhythmen – die aber mit Perfektion und absolut treffenden Fills – und ohne, daß ihm am Ende die rechte Hand abfällt.